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Tonio Kröger

D | 1964 | sw | 90 Min.

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Credits

Regie:
Rolf Thiele
Drehbuch:
Erika Mann, Ennio Flaiano
Kamera:
Wolf Wirth
Schnitt:
Ingeborg Taschner, Heidi Geneé
Musik:
Rolf A.Wilhelm
Darsteller:
Jean-Claude Brialy, Nadja Tiller, Werner Hinz, Rudolf Forster, Anaid Iplicjian Walter Giller, Theo Lingen, Günther Lüders, Adeline Wagner,Beppo Brem, Rosemarie Lücke, Mathieu Carrière, Gert Fröbe
Produktion:
Thalia Film GmbH in Zusammenarbeit mit Franz Seitz Filmproduktion (München), Filmaufbau GmbH (Göttingen), Mondex Films S.A. (Paris), Société d'Exploitation et de Productions Cinématographique S.a.r.l. (Paris)
Produzent:
Franz Seitz, Hans Abich
FSK:
ab 12 J.

Inhalt

Venedig 1913. Der Schriftsteller Tonio Kröger, dessen Portrait inmitten seiner Werke in den Buchläden der Stadt ausgestellt ist, sucht in den Armen einer attraktiven Frau seiner inneren Krise zu entkommen, einer Krise, die gleichermaßen ihn und sein literarisches Schaffen beherrscht. Als ihn auf einem Empfang, der ihm zu Ehren in einem der venezianischen Paläste stattfindet, eine Dame nach den besten Eigenschaften eines Schriftstellers fragt, lässt er etwas von seinem Überdruss ahnen. Der wahre Schriftsteller müsse gestorben sein, für die lebenden gestorben sein, um durch seine Personen in seinen Werken leben zu können. Mit der Erinnerung an seine Jugend, an die gepflegte Kühle Norddeutschland, löst sich Tonio Kröger aus der warmen Sinnlichkeit Venedigs. Er findet wieder Kraft zu schreiben: von Inga, seiner ersten jugendlichen Liebe und von Hans Hansen, seinem blonden, sportlichen Schulkameraden, von dessen Unkompliziertheit er sich magnetische angezogen fühlte und der so gar kein Verständnis hatte für Tonios früh lyrische Passionen.

Tonio Kröger verlässt Italien. Auf dem Wege in die Welt seiner Kindheit macht er in München Station. Dort sieht er Lisaweta wieder. Lisaweta ist Malerin, nicht mehr ganz jung, aber voller Anmut und innerlich sehr allein, wie Tonio. Sie begegnen einander. Tonio offenbart sich Lisaweta ganz – und zieht eben dadurch eine Trennungslinie, die Beide nicht zu beseitigen vermögen. Lisaweta nennt ihn einen „entgleisten Bürger“. Tonio Kröger setzt seine Reise nach dem Norden fort. Sein Vaterhaus in Lübeck ist in eine Volksbibliothek verwandelt worden. Niemand kennt ihn mehr. Er kostet seine Erinnerungen bis auf den Grund aus. Blick zurück: auf seinen gesetzten Vater, seine romantisch umhauchte Mutter und auf Hand und Inge, blond und gut aussehend und seiner eigenen Welt sehr fern.

In einem kleinen dänischen Hotel am Meer wird Tonio Kröger klar, dass seine Pilgerfahrt an die Stätte seiner Jugend missglückt ist. Er bittet Lisaweta zu ihm zu kommen. Als sie sich wieder sehen, wird ihnen schnell deutlich, dass es ihnen auch jetzt nicht gelingen wird, ihre Freundschaft in Liebe zu verwandeln. Sie sind sich zu ähnlich, zu ähnlich kompliziert.
Tonio Krögers lebenslange Sehnsucht nach dem Unkomplizierten, nach dem Unverbildeten, erlebt überraschend seinen letzten schmerzvollen Höhepunkt. Hand und Inga sind Mitglieder einer deutschen Reisegesellschaft, die in Krögers Hotel vorübergehend untergebracht ist. Sie sind verheiratet und vollkommen glücklich miteinander in ihrer beneidenswert unbeschwerten Heiterkeit. Tonio beobachtet sie heimlich, unerkannt und weit distanziert von ihrer einfachen Harmonie.

Nach ihrer Abreise trennt Tonio sich endgültig von Lisaweta. Er ist jetzt für die Liebenden gestorben und bereit, nur noch in seiner Arbeit, in den Personen seiner Bücher weiter zu leben.