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Die grünen Teufel von Monte Cassino

D | 1958 | sw | 96 Min.

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Credits

Regie:
Harald Reinl
Drehbuch:
J. Joachim Bartsch
Kamera:
Ernst W. Kalinke
Schnitt:
Ingeborg Taschner, Sophie Himpele
Musik:
Rolf A.Wilhelm
Darsteller:
Joachim Fuchsberger, Ewald Balser, Elma Karlowa, Antje Geerk, Agnès Laurent, Carl Wery , Dieter Eppler, Wolfgang Preiss, Wolfgang Wahl, Hans Terofal
Produktion:
Franz Seitz Filmproduktion
Produzent:
Franz Seitz
FSK:
ab 16 J.

Inhalt

Sommer 1943 zu Avignon in Südfrankreich. Hierher ist die deutsche erste Fallschirmjägerdivision nach schweren Kämpfen vor Leningrad als operative Reserve verlegt worden. Ritterkreuzträger Oberleutnant Reiter, sehr männlich und eine ausgesprochene Führernatur, befehligt die Ausbildungsabteilung. Beim Schulspringen verwickelt sich einer der Springer in die Fallschirmleine und verrenkt sich die Schulter. Es ist ein strahlend junger Bursche namens Karl Christiansen. Mit einem Notverband wird er zur Durchleuchtung ins Feldlazarett geschickt, das in einem Schulhaus in Avignon liegt. Hier begegnet er Schwester Inge, die, eigentlich Studentin der Kunstgeschichte, als Rotkreuzschwester Dienst tut. Er verliebt sich sofort in sie, ebenso Oberleutnant Reiter, der sich beim Oberstabsarzt nach Karl erkundigen kommt. Während Karl seine Gefühle scheu verbirgt, zeigt sich Oberleutnant Reiter als sieggewohnter Draufgänger. Doch Schwester Inge weiß ihn in ihrer frischen sicheren Art in den Grenzen liebenswürdigen Flirts zu halten.

Am Abend des folgenden Tages macht sie einen Bummel durch die herrliche, alte Stadt der Gegenpäpste. Wieder versteht sie es, Oberleutnant Reiter, der ihr begegnet, auf nette Art loszuwerden. Doch als sie Karl am Tischchen eines Boulevardrestaurants sitzen und sich wegen seiner schmerzenden Schulter mit dem Schneiden des Fleisches herumquälen sieht, geht sie zu ihm hin und hilft ihm. Bald wissen beide, dass sie einander sehr gefallen, doch keiner lässt es den anderen merken. Glücklich verabreden sie eine gemeinsame Unternehmung für Übermorgen, und Karl übergibt Schwester Inge seine altmodische Sprungdeckel-Uhr, die seit einigen Tagen nicht mehr geht und in der, wie ein  Medaillon, die Photographie seines Vaters steckt. Denn sie weiß jemand, der solche Uhren reparieren kann. Aber es kommt zu keinem Wiedersehen mehr: noch in der Nacht wird die Division überraschend verlegt, an die Front nach Italien. In Sizilien springen sie zum letzten Mal, dann stehen sie monatelang pausenlos im Rückzugskampf gegen den alliierten Invasionsmarsch nach Norden über die Straße von Messina bis schließlich an den Fluss Volturno, den mit allen Mitteln zu halten sie Befehl bekommen.

Viele Kameraden sind gefallen, doch Oberleutnant Reiter und Karl leben. Karl ist inzwischen zum Unteroffizier befördert. Von Schwester Inge hat er kein Lebenszeichen. Er weiß auch nicht, dass das Feldlazarett nur 30 Kilometer nördlich von ihnen liegt, am Fuße des Klosters Montecassino. Auch Schwester Inge weiß nicht, wo Karl ist, ob er überhaupt noch lebt. Das Päckchen mit der Uhr, dass sie an seine alte Feldpostnummer schickte, kam als unbestellbar zurück. Fieberhaft wird im Raum von Cassino der Ausbau der Gustav-Stellung vorangetrieben, an der der aliierte Vormarsch auf Rom endgültig zum Stehen gebracht werden soll. Schwerste Kämpfe sind hier zu erwarten, und die italienische Zivilbevölkerung erhält Anweisung, das Gebiet zu räumen. Zu Tausenden flüchten sie hinauf in die alte Benediktinerabtei, und dorthin wird Schwester Inge, die fließend italienisch spricht, vom Oberstabsarzt geschickt, um zur Vermeidung einer Epidemie die Kinder der Flüchtlinge zu impfen.

Hier hat sie einen Zusammenstoß mit dem italienischen Mädchen Gina, das leidenschaftlichen Hass auf die Deutschen hat, die sie aus Haus und Hof vertreiben und Bomben und Not und Tod über ihr Land und Leben bringen. Der deutsche Pater Emmanuel Mundig greift schlichtend ein und führt dann Schwester Inge durch die uralten Höfe, Treppenhallen, Bibliotheken, Kleinodiensäle und feierlichen Kirchenschiffe der riesigen Abtei. Überwältigt nimmt die Studentin der Kunstgeschichte die ehrwürdige Schönheit des Klosters und die unermessliche Kostbarkeit seiner Kulturschätze in sich auf, und noch ganz erfüllt davon erzählt sie unten im Tal Oberleutnant Schlegel von ihrem Erlebnis.

Oberstleutnant Schlegel ist Kommandeur der Instandsetzungsabteilung und immer bei den Lagebesprechungen des Divisionskommandos zugegen. Er weiß, dass der Klosterberg Montecassino, an den sich die Gustav-Stellung anlehnt, einer der wichtigsten strategischen Punkte ist, und dass gerade hier der Schwerpunkt der kommenden Schlacht zu erwarten steht. Wohl kennt auch er den Befehl des Oberkommandos-Süd, das Kloster aus allen Kriegshandlungen herauszuhalten und alles peinlichst zu vermeiden, wodurch der Gegner etwa annehmen könnte, es würde als Artillerie-Beobachtungsstand benutzt. Aber er weiß andererseits auch, dass jede Schlacht sich von einem gewissen Punkt ab selbstständig macht und nicht länger berechenbar ist. So begibt er sich hinauf zu dem Erzabt des Klosters und schlägt dem Konvent vor, er wolle die Kunstschätze in Sicherheit bringen, nach Rom, in den Vatikan. Da der Erzabt den Befehl des deutschen Feldmarschalls kennt und die allierten Generäle für ebenso ritterlich hält, lehnt er ab, zumal Oberleutnant  Schlegel nichts von den Plänen des Oberkommandos-Süd verraten darf. Endlich aber willigt er doch ein, und Oberstleutnant Schlegel, der niemals die Genehmigung zur Entfremdung von LKW-Laderaum und Benzin für kriegsunwichtige Zwecke erhalten würde, beginnt heimlich mit dem Rettungswerk. Nur ganz wenige Menschen sind eingeweiht, auch Schwester Inge, deren Dienste als Dolmetscherin sehr wichtig sind. Während am Volturno die Männer dem übermächtigen Feind immer wieder den Übergang über den Fluss verwehren und namentlich auch die „Kampfgruppe Reiter“ fast Unmögliches vollbringt, werden nun mit Hilfe der Flüchtlinge Nacht für Nacht LKWs im Kloster mit Kostbarkeiten beladen und auf dem Weg nach Rom geschickt. Oberstleutnant Schlegel weiß, er spielt um seinen Kopf, und so ist es ein furchtbarer Schlag, als die aliierten Propagandasendungen plötzlich bekanntgeben, die Deutschen plünderten das Kloster. Damit ist die Sache an der großen Glocke und nicht mehr geheim zu halten. Oberstleutnant Schlegel lässt sich sofort beim Divisionsgeneral melden.

Aber während er sich zum General begibt, bereitet sich als Auswirkung der aliierten Propaganda noch ein anderes Unheil vor: die italienischen Flüchtlinge im Kloster oben kommen zu der Überzeugung, dass die Deutschen die Mönche betrügen, und die Empfangsbestätigungen des Vatikans fälschen, um die Kostbarkeiten, sind sie erst einmal unterwegs, für sich selbst irgendwohin zu bringen. Sie beschließen, den nächsten Transport unterwegs zu überfallen, um die heiligen Schätze ihrem Lande zu erhalten. Dieser nächste Transport aber wird größer sein, als alle anderen, ja er wird überhaupt der Entscheidende sein, denn der General erweist sich anlässlich der Meldung Oberstleutnant Schlegels gegenüber keineswegs als der gefürchtete „böse Mann“ , sondern bewilligt nach anfänglichem Poltern von nun an offiziell 120 LKWs, um das Werk vor Beginn der Schlacht möglichst noch zu beenden. Während nun sofort eine endlose Kette von LKWs hinunter ins Kloster zu rollen beginnt, um dann in der Nacht, beladen, in riesigem Transport nach Rom zu fahren, während zur selben Zeit die Italiener die Vorbereitungen für ihren Überfall treffen, meldet sich Oberleutnant Reiter beim General. Er und seine Kampfgruppe sind für ein paar Tage aus der Front heraus gezogen zur Erholung, und im Vorzimmer des Generals erfährt er zufällig, dass das Feldlazarett und mit ihm Schwester Inge hier in Cassino liegt. Sofort begibt er sich hin, aber Schwester Inge ist beim Operieren. Nur wenige rasche Worte können sie wechseln und Schwester Inge, glückselig darüber, dass Karl gesund und ebenfalls mit ihr ist, ladet alle für den nächsten Vormittag zu sich ein.

Inzwischen sind in einem verlassenen Horst des Städtchens Cassino die Männer der „Kampfgruppe Reiter“ in bester Laune dabei, ihr Quartier zu beziehen. Es ist schon spät abends, und wie Oberleutnant Reiter erscheint, wird er mit fröhlichem Gebrüll und der Mitteilung empfangen, dass er selber gleich nebenan in einem „hoch noblen“ Einzelzimmer mit Bett schlafen werde, ganz offenbar das Zimmer der Tochter des Hauses. Doch wie er nun Schwester Inges Einladung an Karl weiter geben will erinnert er sich plötzlich an Avignon und damit daran, dass Karl ein ernsthafter Nebenbuhler für ihn sein könnte. So befiehlt er, seinem plözlichem Impuls folgend Karl, mit drei weiteren Soldaten das von der Divison angeforderte Begleitkommando für den in der Nacht abgehenden Transport nach Rom zu stellen. Karl murrt, denn er hatte die Absicht, gleich am nächsten Morgen ins Feldlazarett zu gehen, um dort womöglich etwas über den Verbleib von Schwester Inge zu erfahren. Aber Oberleutnant Reiter besteht auf seinen Befehl. Zur gleichen Nachtstunde erhält Schwester Inge nach Beendigung der Operationen vom Oberstabsarzt die Anweisung, mit dem kurz nach Mitternacht abgehenden Transport nach Rom zu fahren, um dort von der Hauptverteilungsstelle knapp gewordene aber dringend benötigte Medikamente zu holen. Auch sie möchte lieber hier bleiben, aber der Oberstabsarzt besteht auf seine Anweisung.
Missmutig in der regnerischen Nacht erwarten Karl und seine drei Kameraden am Ausgang der Stadt den vom Klosterberg her heranrollenden Transport, und während die drei anderen weiter hinten einsteigen, öffnet Karl die Tür des ersten LKWs und – sieht sich Schwester Inge gegenüber. Wortlos setzt er sich neben sie und glücklich fahren sie nebeneinander in die Nacht hinein.


Sie wissen nicht, dass die Italiener eben damit fertig sind, auf einem für sie günstigen Straßenabschnitt eine Sperre zu errichten. Der Überfall kommt völlig unerwartet, und vor den beiderseits aus dem Gehölz her peitschenden Geschossgarben müssen sie unter den LKWs Deckung suchen. Die Lage scheint aussichtslos.
Inzwischen aber hat Oberleutnant Reiter von der Tochter des Hauses, eben jener die Deutschen leidenschaftlich hassenden Gina, mit der Schwester Inge beim Impfen der Kinder den Zusammenstoß hatte - , die in der Nacht heimlich in ihr Zimmerchen einstieg, um etwas zu holen, von dem geplanten Überfall erfahren. Sofort hat er die ganze Kampfgruppe alarmiert, und die kampferfahrenen Männer kommen gerade noch zurecht, um den bedrohten Transport fortzusetzten.

So kann also das Rettungswerk beendet werden vor Beginn der Schlacht im Raum von Cassino, die die größte Materialschlacht des zweiten Weltkrieges werden sollte und deren Verlauf sich die Befürchtung Oberstleutnant Schlegels bewahrheitete: jede Schlacht macht sich von einem bestimmten Punkt an selbstständig und ist nicht länger beherrschbar.
Die Alliierten glauben sich gezwungen, die Abtei Montecassino durch Bombenteppiche und Artilleriebeschuss dem Erdboden gleich zu machen. Drei Monate lang tobt die Schlacht. Immer wieder stürmen englische, amerikanische und indische Elitetruppen, unterstützt von einem ungeheuren Materialeinsatz aus der Luft und zu Lande gegen die Verteidiger an, die, in kleinste Kampfgruppen aufgesplittert, dezimiert und erschöpft dennoch immer wieder Widerstand halten. Fast alle Männer der „Kampfgruppe Reiter“ fallen auch Oberleutnant Reiter selbst. Endlich erhalten die Reste der Verteidiger den Befehl, die Trümmer des Klosters unbesiegt zu räumen und während Karl mit seinen wenigen, vom Kampfe gezeichneten Männern den zerschlagenen Gipfel des Berges im Rückzugsgefecht räumt, erklimmt auf der anderen Seite eine Stoßtruppe mit der Fahne Polens den Hang. Fast fünfzehn Jahre sind seither vergangen, und die Kreuze des riesigen Gräberfeldes von Montecassino zeugen von der Furchtbarkeit jener Schlacht. Doch die Wunden des Krieges sind inzwischen vernarbt, das Tal prangt in seiner alten