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Kleiner Mann ganz groß

D | 1956/57 | Farbe | 97 Min.

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Credits

Regie:
Hans Grimm
Drehbuch:
Ilse Lutz-Dupont, Franz Seitz
Kamera:
Heinz Schnackertz
Schnitt:
Herbert Taschner
Musik:
Lothar Brühne, Frank Eden
Darsteller:
Oliver Grimm, Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Paul Westermeier, Friedrich Domin, Margerete Haagen, Hans Leibeilt
Produktion:
Franz Seitz Filmproduktion
Produzent:
Franz Seitz
FSK:
ab 6 J.

Inhalt

Robby und seine ältere Schwester Meike leben auf einem Gestüt in Süddeutschland bei ihrem Großvater  Theodor Krüger, einem ehemaligen Landstallmeister aus Ostpreußen, der hier nach dem Kriege einen geruhsamen Aufenthalt gefunden hat. Krüger und seine Enkel sind durch die gemeinsame Liebe zu Pferden in besonderer Weise verbunden. An dem Tag, an dem Robby sieben Jahre alt wird, schenkt ihm der Großvater ein eben geborenes, edles Fohlen. Zum Zeichen seiner Zuneigung nennt es Robby „Kleiner Bruder“ und verspricht Krüger, jetzt und immer treu für das Tier zu sorgen.

Als zwei Jahre später „Kleiner Bruder“ schon alle Merkmale des hochklassigen Rennpferdes zeigt, lebt der Großvater nicht mehr. Der von Amtswegen eingesetzte Vormund, Professor Schröder, ein entfernter Verwandter der Kinder, ordnet an, die Krüger´schen Pferde zu verkaufen, um aus dem Erlös die Nachlassverbindlichkeiten zu decken. Wenn Robby auch nicht verhindern kann, dass er sich von seinen anderen vierbeinigen Freunden trennen muss, so würde er doch nie zulassen, dass „Kleiner Bruder“ in fremde Hände gerät, nie! So flieht er denn mit seinem Pferd eines Nachts weit über Land, um es dem Zugriff des Vormunds zu entziehen. Nach langer Irrfahrt gelingt es ihm schließlich, bei einem Bauern den Pflegeplatz für seinen Schützling zu finden. Aber „Kleiner Bruder“ ist damit nicht, wie Robby glaubt, in Sicherheit. Die Frau des Bauern nämlich, die annimmt, der Bub würde nie die Unterhaltskosten aufbringen können, beabsichtigt, das Pferd eines Tages als Pfand zu übernehmen und sich so einen Vorteil zu verschaffen.

Zunächst jedoch hilft Meike. Sie hat neben ihrem Beruf als Buchhändlerin noch eine zusätzliche Büroarbeit aufgenommen, um Robby das Futtergeld für sein Pferd geben zu können. Als das Mädchen aber durch einen Motorradunfall, den sie zusammen mit ihrem Freund, dem jungen Architekten Thomas Olderhoff erleidet, für einige Zeit zur Untätigkeit gezwungen wird, bleibt Robby nichts anderes übrig: er muss mit allerlei Gelegenheitsarbeiten Geld verdienen. Alles scheint gut zu gehen bis zu dem Tag, an dem Professor Schröder auftaucht, um Rechenschaft zu verlangen, denn er hat erfahren, dass Robby ohne sein Wissen und seine Billigung noch im Besitz eines Pferdes ist. Ungehalten über den Trotz des Buben, der ihm den Aufenthaltsort des Jährlings nicht nennen will, verfügt er, dass sein Mündel in einer Klosterschule weiter erzogen wird.

Robby ist damit jede Möglichkeit genommen, weiter zu verdienen. Alsbald bekommt er einen Drohbrief des Bauern, in dem energisch die Bezahlung der Schulden verlangt wird. So muss Robby fürchten, das geliebte Pferd nun doch zu verlieren. In seiner Not bricht er aus dem Internat aus und geht zur Wallfahrtskirche des Heiligen Leonard, dem Schutzpatron der Pferde, um dort zu beten: Und wie durch ein Wunder findet er auf dem Rückweg eine wohl gefüllte Brieftasche, die er als Geschenk des Heiligen betrachtet. Freudestrahlend zeigt er Meike seinen Fund. Aber wie groß ist die Enttäuschung, als ihm seine Schwester klar macht, dass man das Geld auf der Polizei Abgeben müsse, damit es der rechtmäßige Eigentümer wieder bekomme.

Der Verlierer der Brieftasche, Herr Paolo Wendland, ein ausgewanderter Berliner Bierbrauer, der in Mexiko zu Ansehen und Wohlhabenheit gekommen ist, besucht Robby in der Klosterschule, um sich für dessen Ehrlichkeit zu bedanken. Er findet großen Gefallen an dem Buben und zum Beweis seiner Freundschaft gibt er Robby, von dessen Charme er gänzlich eingefangen ist, die Möglichkeit, den „Kleinen Bruder“ trainieren und auf das große Zukunftsrennen in Baden-Baden vorbereiten zu lassen. Aber noch einen schweren Schlag muss Robby aushalten: Eines Morgens ist das Pferd verschwunden! Professor Schröder hat es ausfindig gemacht und an Konsul Petersen, einen Rennstallbesitzer im Rheinland, verkauft, um so ein Exempel zu statuieren. Herr Wendland bekommt die Hiobsbotschaft, als er gerade im Begriff ist, eine Mittelmeerreise anzutreten. Robby´s verzweifelte Nachricht ist für ihn das Signal, umzukehren und dorthin zu fahren, wo er in Zukunft bleiben wird: bei seinem Freund.
Wendland kommt, sieht und siegt! Als die Pferde am Start zum Zukunftsrennen in Baden-Baden Aufstellung nehmen, hat Robby noch keine Ahnung, dass „Kleiner Bruder“ nun wieder ihm gehört. Wendland hat ihm sein Gespräch mit Professor Schröder und die Verhandlung mit Konsul Petersen verschwiegen. Erst als der Name des Züchters und Besitzers bekannt gegeben wird, weiß Robby, dass es wirklich sein Pferd war, das eben gewonnen hat. Er stürmt dem „Kleinen Bruder“ entgegen und führt ihn im Triumphzug zurück.
Überglücklich hat er nichts dagegen „einzuwenden“, dass Thomas sein Schwager wird. Wendland aber soll der neue Großvater sein.