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Moselfahrt aus Liebeskummer

D | 1953 | sw | 81 Min.

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  • 1 / 10

Credits

Regie:
Kurt Hoffmann
Drehbuch:
Ilse Lutz-Dupont
Kamera:
Heinz Schnackertz
Schnitt:
Elisabeth Neumann
Musik:
Johannes Weissenbach
Darsteller:
Will Quadflieg, Elisabeth Müller, Oliver Grimm, Renate Mannhardt, John van Dreelen, Franziska Kinz, Albert Florath, Erica Beer, Rudolf Reiff, Bum Krüger
Produktion:
Ariston-Film GmbH
Produzent:
Franz Seitz
Auszeichn.:
Prädikat: Wertvoll, Deutscher Weinkulturpreis 1954

Inhalt

Die Mosel durchzieht eine trostspendende Landschaft. Und so wird auch dem Kunsthistoriker Dr. Thomas Arend – von seinen Freunden kurz Tom genannt – leichter ums Herz, als er mit seinem kleinen Wagen den Windungen des Flusses folgt. Sein Kummer, der ihn gestern noch quälend bedrückte, wird kleiner und kleiner. Vorgestern hatte er mit Dorette über eine gemeinsame Zukunft gesprochen. Gestern früh fand er, als er sie abholen wollte, ihr Bett unberührt. Ihre Karriere als Sängerin war ihr offensichtlich wichtiger als das Glück an seiner Seite. Und heute schon empfindet er bei dem Gedanken an sie kaum noch einen Schmerz oder Groll. Es ist vorbei...

Wenn man es nüchtern betrachtet, könnte man Angela Schäfers Moselfahrt mit ihrem kleinen Sohn Kasper sentimental nennen. Seit ihr Mann tödlich verunglückte, lebt sie völlig zurückgezogen. Nun will sie jene Orte aufsuchen, die vor einigen Jahren bei ihrer Hochzeitsreise Stationen ihrer schönsten Erlebnisse waren. Der kleine Kasper, ohne Sinn für Erinnerungen und Romantik, ist aus dem Kreuzgang in Trier auf die Straße gelaufen. Plötzlich findet er sich allein im Gewirr des Verkehrs und beginnt, da er seine „Mutz“ aus den Augen verloren hat, jämmerlich zu weinen. Tom Arend, der sinnend durch die Porta Nigra ging, nimmt sich den kleinen Burschen an. Eine Trompete aus dem Spielwarengeschäft zaubert schnell wieder ein Lächeln auf das gebräunte Gesichtchen des Buben, und an der Hand des vertrauenerweckenden Mannes findet Kaspar ins Hotel zurück. Als Angela, von banger Sorge befreit, danken will, ist der Fremde schon verschwunden.

Tom hat sich geirrt. Dorettes Wunsch, Karriere zu machen, ist nicht größer als ihre Liebe zu ihm. Kurz entschlossen ist sie ihm nach gefahren. Sie muss Tom wieder finden und das Missverständnis aufklären. In Cochem lernt sie Bernd Ziegler kennen, der die hübsche Frau in seinem Wagen mit nimmt und ihr bei der Suche nach Tom behilflich ist – wenn er es auch lieber sähe, dass die aparte Sängerin dieses Vorhaben aufgäbe. Toms Freundschaft mit der Mosel wird in Bernkastel in einer alten Weinstube besiegelt. Zwei Stille Zecher helfen ihm dabei. Er lernt Zyprian kennen, einen alten Weinkenner und verhinderten Dichter.

Angela hat Kaspar zu Bett gebracht. Aber das Feuerwerk vom Weinfest hat den Buben ans Fenster gelockt. Plötzlich entdeckt er unten seinen Freund Tom, rast im Schlafanzug hinunter und lotst ihn mit zu sich herauf. Angela ist nicht wenig erstaunt, unerwarteten Besuch in ihrem Zimmer zu finden. Bei einer gemeinsamen Autofahrt am anderen Morgen kommen sich Angela und Tom näher, und wer das Kleeblatt in den nächsten Tagen bei Spaziergängen oder beim Baden beobachtet. Könnte meinen, eine kleine Familie vor sich zu haben. Doch zwischen dem sympathischen Mann und der schönen jungen Frau steht noch immer eine Barriere, errichtet aus den Erlebnissen der Vergangenheit. Und wieder spielt Kaspar Schicksal. Er entlockt seiner „Mutz“ das Geständnis, dass auch sie Tom gern habe. Tom ist unsagbar glücklich, als der Kleine das Geheimnis ausplaudert, dass ihm Angela, wenn auch zögernd, bestätigt.

Am nächsten Morgen ist Angela mit Kaspar abgereist. Sie ist vor ihrem eigenen Gefühl geflohen. Das jedenfalls sagt ihre Cousine Maria Klaus, die ein Weingut besitzt. Maria hat recht. Angela ist unglücklich über sich selbst. Tom ist es nicht weniger. Er kann sich Angelas Abreise nicht erklären. Vergeblich versucht der alte Zyprian, ihn aufzuheitern. Und dieser entdeckt eines Tages durch den kleinen Kaspar Angelas Spur. Bernd hat Dorette ebenfalls zum Weingut Klaus mitgenommen. Immer noch hofft er, dass sie das offensichtlich erfolglose Suchen aufgibt. Da erscheinen Tom und, Kaspar und Zyprian. Aber nicht Angela, sondern die glückliche Dorette fällt dem erschrockenen Tom um den Hals. Tief enttäuscht wendet sich Angela ab. Nur schwer begreift Dorette bei der Aussprache mit Tom, dass mehr als nur ein Missverständnis zwischen ihnen steht. Sie kann es nicht fassen, dass Tom sie so schnell vergessen und sich in eine andere Frau verliebt hat. Und nur schwer kann Angela davon überzeugen, dass sein Gefühl für Dorette neben einer schönen Erinnerung nur noch ein freundschaftliches ist. Erst als Kaspar am anderen Tag durchs Haus jubelt, dass die fremde Tante abgefahren sei, weiß Angela, dass sie und Tom ganz zueinander gehören.