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Ferien vom Ich

D | 1963 | Farbe | 90 Min.

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Credits

Regie:
Hans Grimm
Drehbuch:
Ilse Lotz Dupont
Kamera:
Dieter Wedekind
Musik:
Rolf Wilhelm
Darsteller:
Walter Reyer, Hans Holt, Geneviève Cluny, Grethe Weiser, Paul Hörbiger, Elisabeth Flickenschildt, Monika Dahlberg
Produktion:
Franz Seitz Filmproduktion,
Produzent:
Franz Seitz
FSK:
ab 6 J.

Inhalt

Urlaub! Ferien! Das sind Stichworte unserer Zeit. Sie elektrisieren Millionen und vermitteln ihnen das Hochgefühl der Erwartung: sie beglücken und – enttäuschen. Sie verwandeln den Menschen, den die Fliege an der Wand gestern noch gründlich verärgerte, in den anderen Menschen, dem die Fliege auch dann noch Spaß macht, wenn sie sich ihm mitten auf die Nase setzt!

Ferien – wenn man sie sinnvoll verbringt! Aber was macht Frau Pasalke in Hongkong, Herr Dr. Stumpe in kilometerlanger Autoschlange am Brenner, Herr Kindermann auf Sylt, Frau Friedrich mit Kind und Kegel im überfüllten Zug oder der Stardirigent Cajetan als Motorbootflitzer am Comer See? Sind Elba oder Mallorca, Capri oder Rio, ja selbst Rothenburg oder Altötting oft nicht mehr als sachliche Zielpunkte für moderne Abenteuer unseres Jahrhunderts?

So fragt dieser Film und stellt uns seine Hauptakteure vor: Menschen von heute, die Ferien vom Ich erleben und im Verlauf der Handlung (frei nach dem viel gelesenen Roman von Paul Keller) ebenso gründlich wie heiter eine überraschende Wandlung erfahren.

Dr. Schuhmacher, seines Zeichens viel erfahrener und im Umgang mit Menschen tief blickender Schiffsarzt einer internationalen Linie, hatte die Idee, und Mister Stevenson, gehetzter und gejagter Generaldirektor und Hauptaktionär immenser Flugzeugwerke, riskiert einen Teil seiner Millionen für das hochinteressante Experiment.

Ein verträumtes, herrlich gelegenes Schloss im Salzkammergut wird zum Tusculum für alle Jahrgänge und Temperamente weiblicher Sehnsucht und männlicher Hast. Hier finden sich die Erfolgreichen, die Neugierigen, die Geplagten und Verrückten, die Liebenden und die Geliebten aller Gesellschaftskreise ein, um durch Ferien vom Ich nach Dr. Schumachers Methode sich selbst zu vergessen oder zumindest zu korrigieren. Nicht nur das ätherische Mannequin mit der Traumfigur, das ihre klassisch modernen Körpermaße bisher nach den winzigen Gliedern einer um ihren Alabasterleib geschlungene Goldkette registrierte, nicht der Manager, der Zeit seines Lebens viel zu viel gegessen hat, auch nicht der nervöse Rechtsanwalt mit der fixen Idee, ohne Post nicht existent zu sein, oder die brave Frau Neureich mit der Villa im Grünewald, die nach dem Motto: „Ick habs nicht nötig, aba es freut mir“ ihren gutbürgerlichen Rückfall mit eifrigen Schuhputzen demonstriert – auch der Initiator, der millionenschwere Stevenson, erscheint höchst persönlich, macht Ferien vom Ich und korrigiert durch sie seine zwar erfolgreiche, aber menschlich unvollkommene und amourös verwirrte Vergangenheit zugunsten einer glücklichen Zukunft.

Gräfin Aich, als einstiger Star am Burgtheater künstlerisch ambitioniert und durch fünf Heiraten praktisch prädestiniert, hilft ihm dabei. Sie kennt sich aus in Familiendingen und führt still Regie für ihre reizende, aber einsame Nichte und ihrem achtjährigen Nicky.

Dass die junge Angelika mit Jürgen, ihrem Journalistenkollegen und Ehemann in spe, dabei weit über das berufliche Interesse hinaus Gelegenheit findet, in Sachen Liebe zu recherchieren, kommt ihnen für das künftige Leben zu zweit sehr zustatten.

Als Philosoph fungiert, mit Herz und Humor in allen Lagen, Hausmeister Blümchen. Seine beziehungsreichen, chansonartigen Kommentare geben den Motiven des Romans und seiner liebenswerten Aussage die beschwingte Form und eine besinnliche aktuelle