De>En

Schick deine Frau nicht nach Italien

D | 1960 | Farbe | 101 Min.

Credits

Regie:
Hans Grimm
Drehbuch:
Ilse Lotz-Dupont
Kamera:
Heinz Schnackertz
Schnitt:
Herbert Taschner
Musik:
Rolf A.Wilhelm
Darsteller:
Oliver Grimm, Marianne Hold, Elma Karlowa, Adrian Hoven, Claus Biderstaedt, Harald Juhnke,
Produktion:
Franz Seitz Filmproduktion (evtl. Koproduktion mit Produktion M.A. Produzione Cinematografica)
Produzent:
Franz Seitz

Inhalt

Seit elf Jahren ist Karl Betz mit Manuela glücklich verheiratet, das heißt natürlich nicht, dass es über die Tagesereignisse und das gegenseitige Verhalten nicht hin und wieder Diskussionen gäbe, aber die Versöhnung ist immer gleich bei der Hand und man schließt sich und die beiden Kinder, den zehnjährigen Jokki und das einjährige Pusselchen, zärtlich in die Arme.

Eines Tages, im Juni, ziehen allerdings beträchtliche Gewitterwolken auf, die sich in einem diesmal handfesteren Ehekrach entladen. Bei der befreundeten Familie Kiel ist es - Duplizität der Ereignisse- ähnlich, mit einem Unterschied, Robert und Lizzie sind erst seit drei Monaten verheiratet, sehr in einander verliebt und ganz so wie man sich ein junges Ehepaar vorstellt. Warum musste Robert auch mit einer verflossenen Freundin ausgehen und hinterher nach einem falschen Parfüm riechen? Das wäre nicht notwendig gewesen. So erscheinen Manuela und Lizzie am nächsten Morgen bei der Kinderärztin Dr. Sabine Reimer, mit der sie befreundet sind, um ihr Herz auszuschütten und kräftig auf die infamen Männer zu schimpfen. Die kluge Sabine hat einen sehr probaten Rat: Die beiden sollen sie doch einfach auf die Italienreise begleiten, die sie heute antreten werde und die Männer einmal ein paar Wochen brummen lassen. Dieser Vorschlag, der nach einigen Hin und Her die Zustimmung der vergrämten Damen findet, passt auch ganz gut in die Konzeption von Sabine, die ursprünglich in männlicher Begleitung nach dem Süden fahren wollte, von einigen ungeschickten Bemerkungen des vorgesehenen Reisepartners – es ist der Scheidungsanwalt Martin Wiebold – aber so schockiert war, dass sie nun entschlossen ist, diesen Herrn einfach zu versetzen.

Während die Damen schon das Gepäck beladene Automobil besteigen, damit die Vergeltungsaktion beginne, schwelgen die Männer noch im Vorgefühl der erwarteten abendlichen Versöhnung, bzw. - und das gilt für den Rechtsanwalt – in der Vorfreude auf die Italienreise mit Sabine, die er, er gesteht es zwar nicht, denn er ist ein richtiger Hagestolz, schon sehr begehrenswert findet. Indes die Damen die Schönheiten Merans genießen, versuchen die Männer ihr Missbehagen über den statt gefundenen Eklat – diesmal ohne Versöhnung – bei einem turbulentem Kegelabend zu vergessen.

Die Küstenstraße bei Albenga ist gesperrt, denn jeden Augenblick werden die Fahrer der Giro d`Italia im Kampf um Etappensieg und Prämie erscheinen. Unter ihnen, im rosa Trikot, der gefeierte Campionissimo Francesco  Brunelli, der dem Feld bereits weit voraus geeilt ist. Neben Brunelli fährt ein offener Lancia, in dem, mit einer Gitarre bewaffnet Paolo Costa, der Freund des Campionissimo, steht, und ein Lied nach dem anderen lauthals zum Besten gibt, Francesco zur Unterhaltung und Anfeuerung. Der Campionissimo ahnt allerdings noch nicht, dass er in wenigen Minuten ein bisschen blessiert aus dem Rennen wird ausscheiden müssen, es ist nämlich Sabine, die ihm durch eine Ungeschicklichkeit in die Quere kommt, und so an seinem Sturz schuld ist. Aber Francesco ist darüber nicht übermäßig traurig, denn er findet la bella bionda – so nennt er die verdutzte Sabine – besonders reizend. Manuela hingegen ist der Ansicht, dass da Costa ein charmanter Mann wäre, charmanter jedenfalls, als der Ehemann Karl, den sie wahrscheinlich elf Jahre lang zu sehr verwöhnt habe.

Die Damen treffen ihre Reisebekanntschaft, wie der gesteuerte Zufall es will, beim Palio in Siena wieder; man verbringt – nicht ohne Flirt – einen stimmungsvollen Abend in einem der romantischen Gasthäuser der schönen alten Stadt und kommt sich näher, während draußen auf den Straßen die Anhänger der siegreichen Kontrade das Lied „Eviva la nostra Siena“ anstimmen. Etwa zur selben Zeit haben die Männer zu Hause Sorgen. Nicht der Rechtsanwalt, der, so gehört es sich für einen Junggesellen, auch ohne die reizende Sabine nach Italien gefahren ist, so doch Robert, der – verliebt wie er ist – Lizzie mehr entbehrt, als er zu gibt und Karl, den ein Licht aufgegangen ist, dass Hausfrau spielen eine recht zweischneidige Sache sei. Er, der Herr der Schöpfung, muss sich nämlich selbst um alle kümmern, da die alte Kinderfrau Tete, das Faktotum der Familie, sei es, dass sie simuliert, um ihn zu ärgern, sei es, dass es die Wahrheit ist, an einem Gallenanfall herum doktert. Schließlich bleibt es nicht aus, dass sich die beiden Freunde anlässlich eines nur für den Außenstehenden komischen Zwischenfalls im Haushalt des Karl gehörig in die Haare geraten, wobei einer dem anderen vorwirft, die jeweilige Gattin wäre schuld an der ganzen Misere

Aber auch Lizzie – die Frau Roberts – ist nicht übermäßig fröhlich, sie hat ein schlechtes Gewissen, ihren Mann schon beim ersten Krach sitzen gelassen zu haben – für ein paar Wochen nur, versteht sich; aber doch! Ist das nicht schon böswilliges Verlassen? Ihre Versuche, dem geliebten Robert den Aufenthaltsort der Ausreißer mitzuteilen, wird von den aufmerksamen Freundinnen vereitelt. So erreicht den Göttergatten nur die Mitteilung des Fernsprechamtes, dass Siena am Apparat sei und dann schweigt das Telefon. Doch trotzdem, das ist das Signal! Man wird den Frauen nach fahren, man wird in Siena vielleicht doch erfahren können, wo sie waren, wo sie sind, wohin sie weiter gereist sind...
Karl, der erst geborene Jokki und Pusselchen sind mit der gemeinsamen Reise einverstanden. Pusselchen sagt „dada“. Bevor die Fahrt beginnt ist noch eine Reparatur im Hause zu machen, damit Mami sich nicht ärgert, wenn sie zurück kommt. Den Rest besorgt die Feuerwehr, denn unser tüchtiger Familienvater fabriziert geschickt einen Wasserrohrbruch.

Unsere unternehmungslustigen Freundinnen haben mittlerweile Rom erreicht, wo sie sich auf Anraten von Brunelli im Hotel Bristol einquartieren. Sie merken zwar gleich, dass hier die Preise astronomisch sein werden – man hat ihnen das Fürstenappartement zugeteilt – aber sie haben im Augenblick keine Wahl als zu bleiben, denn das Köfferchen mit der Reisekasse ist – zu dumm – im Albergo in Siena zurück geblieben. Doch alsbald sind auch die beiden Schutzengel in Gestalt von Brunelli und da Costa zu Stelle – so ein Zufall – und zeigen den Frauen während einer musikbeschwingten Carozellafahrt die Stadt Rom. Der Abend bringt eine weitere Annäherung der Geschlechter und Sabine ahnt Gefahr für sich und Manuela, die nach wie vor da Costa schöne Augen macht. Man wird der Gefahr entfliehen.

Glücklicherweise ist das telegrafisch bestellte Geld eingetroffen, so können die Damen als angesehene Gäste im Hotel den Rücken zeigen und an der Küste des Meeres den Rest der Urlaubstage verbringen. Lizzie jedoch ist es gelungen, ein Telegramm an ihren Robby zu schicken, worin sie ihn bittet, doch nach zu kommen und ihr nichts übel zu nehmen, denn sie liebe ihn. Dieses Telegramm verfehlt den Adressaten, denn die beiden Ehemänner haben den Fernpass, bzw. die Grenze nach Arkadien bereits überschritten und forschen in Siena nach dem Verbleib der Partnerinnen. Nach vieler Mühe haben sie auch Erfolg und erfahren, dass die Damen nach Rom in das Hotel Bristol weiter gereist seien. Lizzie ist der Annahme, dass Robert alsbald in Rom auftauchen müsse, hinterlässt beim Portier des Hauses heimlich die neue Adresse: Portofino. Was Sabine nicht ahnte, trifft ein. Der erste, der ihr auf dem kleinen Marktplatz des schönen Ortes über den Weg läuft, ist Rechtsanwalt Martin Wiebold, der den starken Mann spielt und so tut, als hätte er Sabine versetzt und nicht sie ihn.

Am Strand trifft man sich wieder, man ist sich nicht böse, man plaudert, man badet, man macht Konversation. Ebenso wenig haben unsere Freundinnen damit gerechnet, dass Brunelli und da Costa sehr schnell den neuen Aufenthaltsort heraus finden würden. Sie kreuzen ebenfalls auf. Brunelli und der Campionissimo halten den Rechtsanwalt für Sabines Mann – dass sie verheiratet sei hatte sie vorsichtshalber immer schon vorgeschützt. Wiebold findet ganz im Gegensatz zu seinen Ansichten über die Ehe an der Rolle des Gatten sehr viel Gefallen. Er benimmt sich auch so, als wäre er mit Sabine schon jahrelang verheiratet, sodass sich Brunelli in der Rolle des feurigen Liebhabers zu bewähren weiß. Die Männer beschließen fair play. Sabine soll sich entscheiden, in Deutschland gäbe es ja Scheidungen. Wie wird der Entschluss sein?

Aber das soll nicht verraten werden. Verraten werden soll nur, dass sich die beiden wirklich verheirateten Paare, nämlich Manuela, die fröhlich und unbeschadet an den Flirt mit da Costa zurück denkt und Karl, der seine Frau einschließlich Kind und Kegel in die Arme schließt, sowie Robert und Lizzie, die angefeuert durch die „lange Trennung“ das Glück des Beisammenseins umso mehr geniessen, nunmehr so gut vertragen wie nie zuvor.